„Nach meiner Kenntnis ist das sofort, unverzüglich!“

ein Abend zum Fall der Mauer vor 29 Jahren

Freitag, 9. November 2018 – 18:00 Uhr

Vortrag
Die politische Vorstellungswelt der DDR-Opposition zwischen mehr Sozialismus,
Neutralismus und himmlischer Gerechtigkeit
Referent: Dr. Klaus Bästlein

"1989 gehörte viel Utopismus dazu, um in der DDR aufzubegehren. Ich habe die friedliche Revolution damals für so unmöglich gehalten wie die Herstellung der deutschen Einheit. Nur wenige erkannten die Zeichen der Zeit. Weite Teile der DDR-Opposition waren nicht politikfähig. Das tut ihrem Mut und Einsatz keinen Abbruch. Es lohnt sich aber auch für sie, die eigene Rolle zu hinterfragen." Klaus Bästlein, 2014

Dr. Klaus Bästlein ist Jurist und Historiker. Er war bei der Gedenkstätte Deutscher Widerstand und den Landesjustizverwaltungen
in Hamburg und Berlin tätig. 2008-2018 arbeitete er beim Berliner
Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen. Bästlein publizierte
zum Nationalsozialismus, der DDR und der alten Bundesrepublik
sowie zu deren Justizsystemen. 2018 wurde er Vorstandsmitglied der niederländischen Stiftung zur wissenschaftlichen Untersuchung von NS-Verbrechen.

im Anschluß: Filmvorführung:

Filmreihe im Grenzhus Schlagsdorf 2018
Eine Kooperation von Grenzhus Schlagsdorf, Politische Memoriale und dem Filmbüro MV

KOMM IN DEN GARTEN
Dokumentarfilm, Regie: Heinz Brinkmann,
D 1990, 93 min

Foto: DEFA Stiftung, Frank Breßler

Die Geschichte dreier Freunde in Berlin-Prenzlauer Berg zur Wende. Dieter, der Maler, verbrachte wegen „Arbeitsscheu“ zehn Jahre in Gefängnissen. Alfred, inzwischen zum stellvertretenden Chefredakteur avanciert, geriet durch die Zwickmühle von Aufbegehren und Alkoholismus in Gefängnisse und Psychiatrien. Michael, der in Moskau Außenwirtschaft studiert hatte, wurde aus der Akademie gefeuert und lebt heute vom Lampenbasteln. 40 Jahre DDR-Geschichte im Spiegel dreier Einzelschicksale. Der Film deckt ihre Lebensgeschichten auf und eröffnet dem Zuschauer, wie in der DDR aus etablierten Intellektuellen verarmte Lebenskünstler werden konnten. Ausgegrenzt im System zeigt das Portrait der drei Unangepassten auch das Scheitern des Sozialismus in der DDR.