Kontakt
Impressum
Credits
Aktuelles
Neuigkeiten
Dezentrale Aktivitäten
Geschichtskoffer
Login





Passwort vergessen?
Noch kein Benutzerkonto?
Registrieren
Who's Online
Aktuell 11 Gäste online
Besucher
Heute: 65
Gestern: 172
Woche: 438
Monat: 1324
Seit 15.06.2006: 283273
Aufarbeitung der NS-Medizinverbrechen in M-V Drucken E-Mail

Die Auswirkungen nationalsozialistischer Gesundheitspolitik – reichen sie bis in die deutsche Gegenwart? Kaum eine ethische Debatte im Gesundheitswesen wird ohne den Verweis auf die Vergangenheit geführt. Vor dem Hintergrund aktueller gesundheitspolitischer Bedingungen und Diskussionen ist es bedeutsam, die zukunftsorientierten Perspektiven für Gesundheit, Krankheit und Behinderung im Licht der Vergangenheit zu verstehen.

Auch in Mecklenburg-Vorpommern gibt es verschiedene Einrichtungen, Initiativen, Vereine, Verbände und Persönlichkeiten, die sich in den letzten Jahren auch über die authentischen Orte der Verbrechen hinaus zunehmend in Lehre und Praxis  gesellschaftspolitisch und künstlerisch mit der Aufarbeitung dieser Geschichte engagiert beschäftigen. Häufig weiß man in unserem Bundesland nicht voneinander oder arbeitet parallel. Dabei besteht erkennbar das Bedürfnis nach Information, Koordination und Kooperation.

Zu einer ersten Veranstaltung hatte der Politische Memoriale e.V. M-V eingeladen und diese in Kooperation mit dem Landesbüro der Friedrich-Ebert-Stiftung am 26.06.08 in Rostock (Waldemar Hof) realisiert.

Die Teilnehmenden repräsentierten weitere verschiedene Vereine, Verbände und Stiftungen (Verein für die Erinnerungs-, Bildungs- und Begegnungsstätte Alt Rehse, Landesverband Sozialpsychiatrie M-V e.V., Allgemeiner Behindertenverband M-V e.V., Verein Freundeskreis Sachsenberg e.V.) verschiedene  Einrichtungen (Klinik und Poliklinik für Psychiatrie der Universität Greifswald am Hanse-Klinikum Stralsund, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Rostock, Psychosoziales Zentrum „Das Boot“ Wismar, Dokumentationszentrum des Landes für die Opfer der Diktaturen in Deutschland Schwerin, Erinnerungs-, Bildungs- und Begegnungsstätte Alt Rehse). Vertreten waren ebenfalls der Landtag (Vorsitzender des Sozial- und Gesundheitsausschusses) und die Landesregierung (Sozialministerium).

Alle Teilnehmenden stellten ihre Einrichtungen und Aufgabenbereiche vor und begrüßten ausdrücklich diese Initiative. Sie unterstützen die Position, dass die Aufarbeitung der Medizinverbrechen in der NS-Zeit für die aktuellen Diskussionen zu Fragen der Ethik im Gesundheitswesen und in einer demokratischen Gesellschaft insgesamt eine notwendige Voraussetzung ist. Sie erklärten ihre Bereitschaft zu einer aktiven Unterstützung und Mitwirkung im Rahmen eines Landesnetzwerkes.

Zukünftig sollen ebenfalls Betroffenenverbände (z.B. Landesverband der Psychiatrie-Erfahrenen und der Angehörigen und Freunde psychisch Kranker) mit einbezogen werden, die diesmal der Einladung nicht folgen konnten. Das gilt auch für die Bereiche Lehre, Forschung und Praxis der Medizin verschiedener Ebenen, kassenärztliche Vereinigung und Ärztekammer, weitere Bildungsträger, Vertreter aus Politik, Kunst und Kultur, verschiedener Konfessionen und Medien.

Die Teilnehmenden bildeten eine Arbeitsgruppe (Hugo Rübesamen, Politische Memoriale e.V. M-V, Dr. Joachim Lehmann, Verein Alt Rehse, Sandra Rieck, „Das Boot“ Wismar, Heike Müller, Dokumentationszentrum Schwerin, Dr. Ekkehardt Kumbier, Klinik für Psychiatrie Uni Rostock und eine(n) noch zu beauftragende(n) Vertreter(in) des Sozialministeriums), die Empfehlungen für Arbeitsschwerpunkte und eine Strukturierung eines Landesnetzwerkes formulieren wird.

Die Teilnehmenden verabredeten für den Spätherbst 2008 eine weitere Veranstaltung, die den Erinnerungsort Alt Rehse mit einbeziehen wird. Des Weiteren werden die Teilnehmenden kooperativ die geplante Gedenkveranstaltung am 27. Januar 2009 an der Klinik für Psychiatrie der Uni Rostock unterstützen.

 
< zurück   weiter >
Copyright © 2006 Politische Memoriale e.V. - Alle Rechte vorbehalten