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Ein Land und seine Erinnerungszeichen Drucken E-Mail

„Ein Land und seine Erinnerungszeichen – eine seminaristische Rundreise durch
Mecklenburg-Vorpommern“ vom 16.03. bis 20.03.2008


Stationen dieser seminaristischen Rundreise waren der Ostsee-Grenzturm in Kühlungsborn, die „Gedenkstätte für die revolutionären Matrosen“ am Kabutzenhof in Rostock, der Gedenkstein für 12 Opfer des Stutthof-Evakuierungstranportes vom 30. April 1945 am Haus Goor in Lauterbach, das Historisch Technische Informationszentrum Peenemünde, Swinemünde und das Pommersche Landesmuseum in Greifswald.

ehemaliger_grenzturm_kuehlungsborn.jpgErste Station dieser seminaristischen Rundreise war der Ostsee-Grenzturm in Kühlungsborn. Seit 1991 bewahren der Grenzturmverein und Bürger Kühlungsborns den Turm vor dem Abriss und haben ihn als Denkmal erhalten. Er ist ein authentischer Ort, an dem die Geschichte der deutschen Teilung erlebbar wird. Zwischen 1961 und 1989 war in Kühlungsborn die Grenzbrigade Küste stationiert. Die Grenzanlagen und Wachtürme prägten das Bild an der Ostseeküste der DDR, damit wurden die Ostsee und die Küstenstreifen überwacht. Bewaffnete Matrosen patrouillierten am Strand und an bestimmten Orten fuhren mobile Scheinwerfer auf. An dieses Grenzregime erinnert dieser Grenzturm. Herr Wiek vom Grenzturmverein erläuterte engagiert die Dokumentation dieser Geschichte und die weiteren Vorhaben des Vereins. Das stieß auf großes Interesse der Teilnehmenden an der seminaristischen Rundreise aus Bremen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Dabei spielten ihre unterschiedlichen Erfahrungen eine Rolle und beförderten den Gedankenaustausch, von dem sich Herr Wiek, bezogen auf die Vereinsinitiativen, bestätigt und ermuntert fühlte.

In Rostock besuchten die Teilnehmenden die „Gedenkstätte für die revolutionären Matrosen“ am Kabutzenhof. Diese 1970 eingeweihte monumentale Gedenkstätte diente zu DDR-Zeiten als Ort für Gedenkveranstaltungen und –rituale, vor allem zur Erinnerung an den November 1918 und die „deutsch-sowjetischen Freundschaft“. 

gedenkstein_lauterbach_ruegen.jpgDas Schicksal der Häftlinge des KZ Stutthof auf Rügen und in der Neustädter Bucht stand beim Besuch des Gedenksteines für 12 Opfer des Stutthof-Evakuierungstranportes vom 30. April 1945 am Haus Goor in Lauterbach im Mittelpunkt. Zur Anschaulichkeit diente auch zwei Tage später, eine Schiffsfahrt zum früheren militärischen Sperrgebiet und heutiger Naturschutzinsel, die Greifswalder Oie, an der damals einige Transportschuten gestrandet waren.

In Peenemünde beschäftigten sich die Teilnehmenden mit der Geschichte des Ortes und der aktuellen Konzeption des Museums. Dazu waren auch die Erläuterungen des neuen Leiters des HTI (Historisch Technisches Informationszentrum) zum neugestalteten Eingangsbereich und zu weiteren gestalterischen Fragen im HTI eine gelungene Einstimmung. Besonders lag den Teilnehmenden am Herzen, dass die „Faszination Technik“ nicht die Entlarvung der NS-Kriegsmaschinerie und das Leid der KZ-Häftlinge und Zwangsarbeiter überlagern darf. Auch hier wurde deutlich gemacht, wie nach 1945 bis zur Wende 1989/90 mit diesem Areal und seiner Geschichte umgegangen wurde. Im Rahmen ihres Aufenthaltes besuchten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Fotoausstellung zu Verdun. Dies war ein überzeugendes Beispiel, wie an historischen Orten kulturelle Veranstaltungen und thematische Ausstellungen integriert werden können. Ebenso beeindruckend waren die Präsentation der Projektergebnisse „Denkmal-Landschaft“ und die Besichtigung der dazugehörigen Außenstationen.

Bei einer Stadtrundfahrt durch Swinoujście wurde den Teilnehmenden ein kultureller Eindruck von der Gegenwart des ehemaligen Swinemünde vermittelt. Spuren des Luftangriffes auf diese Stadt am 12. März 1945 waren nur durch die fachgerechte Führung sichtbar geworden. Der Gedenkstein, der an dieses Ereignis erinnert, befindet sich auf dem Friedhof, den die Teilnehmenden aufsuchten Deutlich wurden auch die Bedeutung und Notwendigkeit der deutsch-polnischen Zusammenarbeit für die Zukunft dieser Region.

Ein weiterer Höhepunk und Abschluss der seminaristischen Rundreise war der geführte Besuch des Pommerschen Landesmuseums in Greifswald.

Alle Teilnehmenden sprachen ihre Anerkennung für die Arbeit des Politische Memoriale e.V. aus und bedankten sich für die Konzeption und Realisation dieser seminaristischen Rundreise. Entwicklungen und regionale Schwerpunkte wurden dargestellt und sichtbar. Diese Form der politischen Bildungsarbeit ist wirkungsvoll und anschaulich. Es sind nicht nur Eindrücke, sondern auch Anregungen vermittelt worden, die in der eigenen Arbeit ihren Niederschlag finden werden. Das gilt auch für aktuelle politische Bezüge. Besonders hervorgehoben wurde die konstruktive und kollegiale Atmosphäre in der Gruppe.

Ein beabsichtigtes Ergebnis war es auch diesmal, Eindrücke von der Entwicklung und den Problemen des Landes Mecklenburg-Vorpommern, von seinen Regionen und der Landschaft und der Kultur der Erinnerungsarbeit zu vermitteln.

 
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