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VII. Häftlingstreffen in Bützow Drucken E-Mail

20 Jahre nach dem Ende der Diktatur: Erinnern als Befreiung von der Vergangenheit?

Vom 13. bis 15. Oktober 2009 fand das VII. Häftlingstreffen statt. Über 50 ehemalige politische Häftlinge und Interessierte waren der Einladung gefolgt. Wie in den vergangenen Jahren war es eine Kooperationsveranstaltung von Friedrich-Ebert-Stiftung, der Landesbeauftragten M-V für die Stasiunterlagen, Politische Memoriale e. V. und der Stadt Bützow.

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Am 13. Oktober begrüßten der Bützower Bürgermeister und der Staatssekretär im Bildungsministerium, Udo Michallik, die Gäste. Die öffentliche Tagung am zweiten Tag umfasste Fachvorträge und eine Gedenkveranstaltung am 2008 eingeweihten Denkmal für die politischen Häftlinge im DDR-Strafvollzug in Bützow. Curt Stauss, Studentenpfarrer aus Merseburg in Sachsen-Anhalt, gab in seinem einleitenden Vortrag mehrere Antworten auf die Frage, wie kann eine Erinnerung an die DDR aussehen, damit sie uns die Augen öffnet. Der Publizist Udo Scheer erinnerte an den Dichter und DDR-Oppositionellen Jürgen Fuchs. In diesem Jahr wurde das Gedenken an die politischen Häftlinge von Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Bützow eindrucksvoll gestaltet. Die ehemaligen Häftlinge zeigten sich sehr beeindruckt von der Annäherung der Jugendlichen an ihre Schicksale. Den Nachmittag prägte die Debatte um die Frage, wie können wir aus der Geschichte lernen. Prof. Dr. Anja Mihr (Universität Utrecht) gab wichtige Impulse mit ihren Überlegungen zu einer Menschenrechtsbildung, die sich auch auf eine kritische Auseinandersetzung mit der DDR-Geschichte stützt.

Am dritten Tag stand das Thema Wehrdienstverweigerung im Mittelpunkt. Ausgehend von einer historischen Untersuchung und Würdigung der unterschiedlichen Formen der Ablehnung des Wehrdienstes in der DDR entwickelte sich eine spannende Diskussion um gegenwärtige Positionen zur Wehrpflicht in der Bundesrepublik. Drei Zeitzeugen hatte mit ihren Erinnerungen eine gute Grundlage für die kontroverse Diskussion gelegt.

► Der umfassende Bericht zum Häftlingstreffen in: ZEITGESCHICHTE REGIONAL, Heft 2/ 2009.

 
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