Das Eigene und das Fremde

Ein deutsch – polnisches Schülerprojekt

Die Idee

DARE1955Das Projekt „Das Eigene und das Fremde“, an dem deutsche und polnische Schüler teilnahmen, begann im August 2013 mit einer Projektvorstellung und endete im Juni 2014 mit der Präsentation der, in der Medienwerkstatt, entstandenen Ergebnisse: Einem Videofilm und einer Broschüre.

Ziel des Projektes war die Auseinandersetzung mit Diskriminierung in verschiedenen Formen. Dabei sollten sowohl heutige Erfahrungen von uns Schülern untersucht als auch ein Blick in die Geschichte geworfen werden.
Die erste gemeinsame Arbeitswoche fand im Oktober 2013 in Borne Sulinowo statt. Schon auf der Zugfahrt sammelten die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Fridericianum Schwerin per Interview für Film und Broschüre unsere Erwartungen und sprachen über Vorurteile gegenüber den Polen im Allgemeinen. Genauso haben während der Begegnung auch die polnischen Schülerinnen und Schüler der Zespól Szkól Bohaterów Oflagu II D ihre Ansichten gegenüber den Deutschen zusammengetragen. Alle waren später sehr erstaunt über die Vorurteile der jeweils anderen Seite.

In unserer ersten gemeinsamen Woche beschäftigten wir uns mit Formen heutiger Ausgrenzung, die einige von uns aufgrund ihrer Herkunft oder ihres Aussehens selbst erlebten beziehungsweise von denen wir aus den Medien beider Länder erfahren hatten.
Da sowohl in Borne Sulinowo als auch in Schwerin während der Naziherrschaft Kriegsgefangenenlager existierten, stellten wir uns die Aufgabe, zu untersuchen wie unterschiedlich Kriegsgefangene während des Zweiten Weltkrieges behandelt wurden.

In dieser Woche in Borne Sulinowo lernten wir die besondere Geschichte dieser Stadt, die seid ihrem Entstehen vom Militär geprägt war und erst seit 20 Jahren einen zivilen Charakter entwickelt, kennen und erkundeten die wundervolle Naturlandschaft. Wir gingen aber auch mit Schaudern durch die Wälder um Borne Sulinowo, wo wir die Überreste und Gedenkstätten mehrerer Kriegsgefangenenlager besichtigten.

Da wir uns in dieser Woche im Oktober 2013 sehr gut kennengelernt hatten und auch Freundschaften schlossen, freuten sich alle auf die zweite Begegnung in Schwerin.
In der Zwischenzeit arbeiteten wir an den Texten und am Video und tauschten uns aus.
Im April war es dann endlich soweit. Wir sahen uns wieder. Neben der Fortsetzung der gemeinsamen Arbeit in der Medienwerkstatt, die auch einen Besuch im „Offenen Kanal“, der Schweriner Fernsehanstalt beinhaltete, besichtigten wir gemeinsam die Stadt und verschiedene historisch-politische Orte, wie die Mahn- und Gedenkstätte Grünes Tal, die an die Kriegsgefangenen des Stalag II E erinnert.

Insgesamt hat uns das Projekt gezeigt, dass der Kontakt unter den deutschen und polnischen Jugendlichen, die gemeinsame Arbeit und Freizeit eine sehr gute Möglichkeit boten, sich kennenzulernen, gegenseitige Vorurteile abzubauen und an Brücken in Europa weiter mit zu bauen. (Nhung Vu Hong, Projektteilnehmerin)

Resümee

Im September 2013 hatten wir mit unserem Projekt über das „Eigene und das
Fremde“ begonnen. Während der ersten Begegnung im Oktober in Borne Sulinowo lernten wir uns kennen und konnten gemeinsam in der Medienwerkstatt arbeiten.
Im April 2014 stand dann die zweite Runde unseres gemeinsamen Programmes an. Die polnischen Schüler besuchten uns ebenfalls für acht Tage in unserer Heimatstadt Schwerin. Alle waren aufgeregt vor der Ankunft am Bahnhof, denn es war nicht sicher, wie beide Seiten reagieren würden, hatten wir uns doch lange nicht gesehen. Doch die Aufregung verwandelte sich nach kurzer Zeit in Freude, da die gemeinsame Zeit in Borne Sulinowo uns miteinander verbunden hatte. Schnell begannen wir mit den Arbeiten an unserem Projekt und besuchten verschiedene Orte in Schwerin und Umgebung, die uns halfen neue Erkenntnisse zu sammeln und zu verwenden.
Sehr positiv war, dass wir während unserer Zeit in Schwerin sehr viel mehr Freizeit hatten und so auch unsere Freundschaften mit den polnischen Schülern vertiefen konnten, indem wir ihnen einige unserer Lieblingsorten zeigten. Strahlender Sonnenschein und gemeinsame Stunden machten diesen Teil des Projekts unvergesslich.
Auch wenn wir Schweriner uns die größte Mühe gaben, den polnischen Schülern den Aufenthalt schön zu gestalten, mussten wir jedoch neidlos anerkennen, dass die polnische Gastfreundschaft nicht zu übertreffen ist. Trotzdem war es eine wirklich schöne Zeit, was es umso schwerer machte, am letzten Tag Lebewohl zu sagen. Alle Beteiligten wussten schließlich, dass das der letzte gemeinsame Morgen angebrochen war.
Nach den insgesamt zwei gemeinsamen Wochen haben wir uns mehr zusammen gefunden, als nur ein Projekt gemeinsam abgearbeitet zu haben. Wir wurden Freunde, trotz der mehreren hundert Kilometern, die nun wieder zwischen uns liegen.
(Kim Meier, Projektteilnehmer)